Dabei sind die drei das Produkt von lauter gut gemeinten Absichten – einer weitverzweigten Sozial- und Therapieindustrie, von Sozialpädagogen, Psychotherapeuten, Erziehern, Angestellten der Jugendämter. Viele, die in diesen Berufen arbeiten, sind Frauen. Fast alle Opfer der Serie sind Frauen. Nach meiner Aussage wird eine der zuständigen Jugendamtsmitarbeiterinnen auf mich zukommen: »Es tut mir so leid. Ich kenne ihn doch schon so lange, dass er zu so etwas fähig ist, das habe ich doch nicht gewusst, ich kann doch nicht in seinen Kopf gucken...« Sie beginnt zu weinen. Empathie ist der Kraftstoff der pädagogischen Berufswelt. Der Totschläger und der Faustschläger dagegen, nur wenige Meter entfernt, sind bar jeder Empathie.
Jugendgewalt: Der Überfall | Gesellschaft | ZEIT ONLINE